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Verabschiedung des Wohnbaupakets - So hat die SPD-Fraktion abgestimmt
| Christine Heimpel

Diese Sitzung des Gemeinderats wird sicher als „Wohnbau-Sitzung“ in die Geschichte eingehen. Nach unzähligen Vorbereitungsstunden in den Ausschüssen, in Klausuren, Fraktionssitzungen, externen Veranstaltungen und mit vielen Informationen aus der Praxis anderer Städte haben sich die Gemeinderäte umfassend zum Thema Wohnraumschaffung informiert und sich daraus – je nach politischer Couleur – Handlungsstrategien zum Thema „Wohnungsbau für Friedrichshafen“ erarbeitet. Die SPD-Fraktion hat dazu zahlreiche Erweiterungs- und Zusatzanträge eingereicht, über die in der Sitzung ebenfalls abgestimmt wurde.

Neben dem großen Themenblock „Wohnbau“ standen noch andere wichtige Tagesordnungspunkte auf der Agenda, so z.B. der Kindergartenbedarfsplan 2017 / 2018, das Workshopverfahren in Fischbach, das Frei- und Seebad Fischbach, die Unterstützung des Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn und noch einiges mehr.

Die Argumentation und das Abstimmungsverhalten der SPD-Fraktion zu den einzelnen Tagesordnungspunkten ist im Folgenden zusammengefasst.

Wohnbaupaket

Wohnraum für Friedrichshafen 2016 / V 350-0-2 bis 2016 / V 350-6-2


Worum geht es?

Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde im Technischen Ausschuss unter Zuladung der Mitglieder aller anderen Ausschüsse (FVA, KSA, AUN) ein ganzes Vorlagenpaket zum Thema „Wohnraum für Friedrichshafen“ vorberaten. Aufgrund der umfangreichen Unterlagen und dem damit verbundenen Beratungsbedarf in den Fraktionen wurde eine Beschlussfassung auf das Frühjahr 2017 vertagt. Im April gingen die Gemeinderäte zum Thema in Klausur um jetzt, nach differenzierten und umfangreichen Beratungen und Informationen in der Mai-Sitzung die entsprechenden Beschlüsse zu dem sieben Sitzungsvorlagen umfassenden Wohnbau-Paket zu fassen.

Unsere Haltung:

Im Grundsatz stimmen wir allen sieben Sitzungsvorlagen der Verwaltung zu. Zu einigen Punkten, wie z.B. der Quote für sozialen Wohnungsbau, der Belegungsdauer, dem Zweckentfremdungsverbot, der Möglichkeit zur Meldung von Leerständen sowie Unterstützungsmaßnahmen für potentielle Vermieter haben wir Änderungs-, Erweiterungs- oder Zusatzanträge eingebracht.

Weiter zum Wohnbaupaket

Anträge zum Themenblock „Wohnraum für Friedrichshafen“ 

Einwohnerfragestunde

Worum geht es?

Zu diesem Tagesordnungspunkt gab es heute keine Beiträge.

Kindergartenbedarfsplan

 

2017 / V 00105 Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen in Friedrichshafen – Kindergartenbedarfsplan 2017 / 2018

Worum geht es?

Die Verwaltung erstellt jedes Jahr im Frühjahr einen Bedarfsplan für das jeweils nächste Kindergartenjahr (Sommer aktuelles Jahr – Sommer Folgejahr) für alle Kindertageseinrichtungen in Friedrichshafen. Aus diesem Bedarfsplan lassen sich rechtliche und inhaltliche Grundlagen des Kindergartenbedarfsplans ablesen, die Quantitative Bedarfsplanung für die Entwicklung der Kinderzahlen und damit verbunden der Bedarf an Betreuungsplätzen entnehmen, der sich dann die Qualitative Bedarfsplanung anschließt. Daraus ergibt sich die Bedarfsanalyse, die einen Ausblick auf geplante Maßnahmen gibt. Weitere Themen im Kindergartenbedarfsplan beschäftigen sich mit der Betreuung von Flüchtlingskindern, der Sprachförderung, dem zentralen Anmeldeverfahren und noch einigen weiteren Punkten.

Der Beschlussantrag umfasst 11 Beschlusspunkte und beinhaltet damit einige jährlich wieder zu bekräftigende Beschlüsse, wie z.B. der aus der Grundsatz, dass auch bis auf weiteres keine auswärtigen Kinder in den Kindertageseinrichtungen der Stadt aufgenommen werden und Ausnahmen durch das Amt für Bildung, Familie und Sport individuell geprüft und genehmigt werden müssen.
Neu ist Beschlusspunkt 6, hier wird festgehalten:
Freiwilligkeitsleistungen „Freiwilliges Soziales Jahr“ für alle Einrichtungen, Krankheitsvertretungsbudget sowie Vergütung von Praktika werden gemäß Anlage 3 ab dem kommenden Kindergartenbedarfsplan 2017 / 2018 neu aufgenommen und gewährt.“
Beschlusspunkt 9 legt fest, dass die Kindergärten Kluftern und Efrizweiler zunächst in modularer und temporärer Bauweise erweitert werden.
Beschlusspunkt 10 ermächtigt die Verwaltung in Zusammenarbeit mit der kath. Gesamtkirchenpflege den Kindergarten St. Maria Ettenkirch, entsprechend des Bedarfs, um eine Gruppe zu erweitern und die erforderlichen zusätzlichen Betriebskosten unterjährig zur Verfügung zu stellen.
Geänderte Formulierung bei Beschlusspunkt 11: die ursprüngliche Formulierung legte fest, dass für das Kindergartenjahr 2017 / 2018 einer Belegung der Betreuungsplätze nach Maßgabe der Höchstgruppenstärke zugestimmt wird. Sie wurde ergänzt durch den Zusatz, dass die Maßnahme maximal für ein Jahr gilt und durch Neuschaffung von Kita-Plätzen sukzessive heruntergefahren werden soll.

Unsere Haltung:

Im Grundsatz stimmen wir der Vorlage der Verwaltung bei den Beschlusspunkten 1 – 10 zu. Den  Beschlusspunkt 11 „Für das Kindergartenjahr 2017 / 2018 wird einer Belegung der Betreuungsplätze nach Maßgaben der Höchstgruppenstärke zugestimmt.“ sehen wir zum einen überaus kritisch, zum anderen jedoch als Übergangslösung für einen klar befristeten Zeitraum von maximal nochmals einem Jahr mit einer sukzessiven Verbesserung durch zeitnah zu schaffende Kita-Plätze im ganzen Stadtgebiet inklusive Ortschaften, als unausweichlich.
Die, in Absprache mit den Trägern getroffenen Lösung für die Regelung von Krankheitsvertretungen über ein Krankheitsvertretungsbudget, begrüßen wir ebenso, wie die einheitliche Vergütung von Praktika sowie die Ausweitung der FSJ-Stellen auf alle Einrichtungen.
Die von der Verwaltung geplanten Maßnahmen für die Schaffung von neuen und dringend benötigten Kita-Plätzen unterstützen wir und werden sicher auch im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2018 / 2019 darauf achten, dass hier ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben der Sitzungsvorlage in allen Beschlusspunkten zugestimmt.

Bodenseegürtelbahn

2017 / V 123 Unterstützung des Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn zur Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn

Worum geht es?

Beim Ausbau des Schienennetzes im südlichen Baden-Württemberg droht die Bodensee-Gürtelbahn zwischen Friedrichshafen und Radolfzell der letzte wichtige Lückenschluss ohne Strom zu bleiben. Für zwei weitere Abschnitte – Friedrichshafen-Lindau und Basel-Schaffhausen – ist die Elektrifizierung bereits bis 2021 fest eingeplant, bzw. absehbar. Dagegen wurde der Teilabschnitt Friedrichshafen-Radolfzell noch nicht einmal in den gerade verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Begründet wurde dies mit einer zu geringen Nachfrage nach Schienenpersonenfernverkehr und überregionalem Schienengüterverkehr. Trotz der schwierigen Ausgangslage muss am Ziel der vollständigen Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn festgehalten werden.

Mit der Beschlussfassung unterstützt die Stadt Friedrichshafen Bemühen des Interessenverbandes zur Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn auf dem Abschnitt zwischen Friedrichshafen und Radolfzell. Sie erklärt sich auch bereit, sich an anfallenden Kosten zur Planung, Bereitstellung benötigter Infrastruktur und zusätzlichen Betriebskosten zu beteiligen. Die Stadt beauftragt den Interessenverband Bodenseegürtelbahn, Verhandlungen sowohl mit dem Land Baden-Württemberg als auch mit den Mitgliedern des Interessenverbands Bodenseegürtelbahn über die Finanzierungsmöglichkeiten und die entsprechenden Verteilungsschlüssel aufzunehmen.

Unsere Haltung:

Die SPD-Fraktionen in Stadt und Kreis unterstützen die Anliegen des Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn in vollem Umfang.
Eine Bodenseegürtelbahn, die rund um den See elektrifiziert, mit modernen Loks ausgestattet und aktuell gängigen Standards angepasst ist und dabei zwischen Friedrichshafen und Radolfzell eine gravierende Strom-Lücke aufweist, ist für uns nicht akzeptabel. Die nicht-Aufnahme der Maßnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 ist für uns nicht nachvollziehbar. Dass die Mitglieder sich nun eigenständig um alternative Finanzierungskonzepte bemühen unterstützen wir.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben den Beschlusspunkten der Sitzungsvorlage zugestimmt.

Frei- und Seebad Fischbach

2017/ V 00058 Bäder der Stadt Friedrichshafen und der Zeppelin-Stiftung – Anpassung der Eintrittspreise Frei- und Seebad Fischbach

Worum geht es?

Am 23. Juni 2017 wird das neue Frei- und Seebad in Fischbach dem Betrieb übergeben werden. Ein Jahr später, im Sommer 2018, ist die Inbetriebnahme des neuen Sportbades am Riedlewald geplant. Zusammen mit den beiden Freibädern Wellenfreibad Ailingen und Strandbad Friedrichshafen stehen den Einheimischen und Gästen in Friedrichshafen dann wieder insgesamt vier sehr attraktive Bäder zur Verfügung.

Für das See- und Freibad Fischbach müssen nun nach der Komplettsanierung die Eintrittspreise in Struktur und Höhe angepasst werden.
Die Sitzungsvorlage zeigt eine Übersicht aller Tarife, von der Einzelkarte über Familientickets, bis hin zu Kurzschwimmereintritten und Saisonkarten.
Neu eingeführt wird der Tarif „Familie kompakt“. Damit wird modernen Familienstrukturen, denen unter Umständen nur ein Erwachsener und ein Kind angehören, Rechnung getragen.
Die Eintrittsgebühren für das Wellenfreibad und das Strandbad sowie das Hallenbad bleiben unverändert auf dem bisherigen Stand. Mit Inbetriebnahme des neuen Familien- und Sportbades soll die Gebührenstruktur insgesamt überarbeitet werden.

Die Eröffnung des Bades wird mit einem Festwochenende gestartet.

Unsere Haltung:

Wir freuen uns, dass das Fischbacher Frei- und Seebad am 23. Juni nach „nur“ einer ausgefallenen Badesaison seine Pforten wieder öffnet.
Bei den zunächst von der Verwaltung vorgeschlagenen Eintrittspreisen hat unser Fraktionsmitglied aus Fischbach noch einmal mit spitzem Bleistift nachgerechnet und kam auf folgende Verbesserungsvorschläge:
Vergünstigung der Familien-Karte von 10,00 € auf 9,00 € sowie eine Reduzierung der Einzelkarte für Erwachsene ab 17:00 Uhr von 3,00 € auf 2,50 €.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben der Sitzungsvorlage in allen Beschlusspunkten zugestimmt.

Kunstrasenplätze

 

2017 / V 00106 Zuschüsse für die Sanierungen der Kunstrasenplätze der Vereine: TSV Friedrichshafen-Fischbach e.V., TSG Ailingen e.V. und Sportfreunde Friedrichshafen e.V. 1962

Worum geht es?

Die Verwaltung hatte 2014 einen Architekten beauftragt, die Kunstrasenplätze in Friedrichshafen zu begutachten. Ziel war es, den Zustand der Plätze zu ermitteln, um einen Überblick zu erhalten, wann welcher Kunstrasenplatz zur Sanierung anstehen wird. Aufgrund des vorliegenden Ergebnisses hat die Verwaltung mit den nun in der Sitzungsvorlage genannten Vereinen, deren Plätze im schlechtesten Zustand sind – TSV Friedrichshafen-Fischbach e.V., TSG Ailingen e.V. und Sportfreunde Friedrichshafen e.V. 1962 – Kontakt aufgenommen, damit diese wiederum die entsprechenden Zuschussanträge im Rahmen der Sportförderrichtlinien an die Stadt stellen konnten.
Die Verwaltung begründet die zeitgleiche Sanierung mehrerer Plätze mit einer zu erwartenden Kostenersparnis.
Die erforderlichen Mittel der Zeppelin Stiftung in Höhe von 1.203.350,00 Euro sind im Haushalt 2017 vorhanden.

Unsere Haltung:

Die Sanierungen der Kunstrasenplätze sind überfällig. Um eine weitere Bespielbarkeit zu gewährleisten, ist eine Erneuerung unerlässlich.
Den Nebeneffekt einer Kosteneinsparung aufgrund der „Sammelbestellung“ durch die drei Häfler Vereine sehen wir positiv.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben der Sitzungsvorlage in allen Beschlusspunkten zugestimmt.

Workshopverfahren „Eisenbahnstraße“

2017 / V 00102 Bebauungsplan Nr. 211 „Eisenbahnstraße“ Zustimmung zum Workshop-Verfahren

Worum geht es?

Ausgangspunkt für die aktuelle Überplanung und Durchführung des Workshop-Verfahrens ist die Bebauung der „Ortsmitte Fischbach“ südlich vom Bahnhof Fischbach. Diese befindet sich derzeit in Realisierung und setzt einen neuen baulichen Maßstab im zentralörtlichen Bereich von Fischbach.
Resultierend aus der städtebaulichen Notwendigkeit, den Bereich städtebaulich neu zu ordnen, wurde bereits am 21.03.2016 durch den Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 211 „Eisenbahnstraße“ gefasst. Zielsetzung ist es, die städtebauliche Attraktivität zu verbessern und die Überbaubarkeit zu optimieren um damit zur Deckung des dringenden Wohnraumbedarfs beizutragen.
Der Bebauungsplanansatz beinhaltet die städtebaulichen Überlegungen, auch die Grünbereiche im schulischen Umfeld sowie die bestehenden Freizeiteinrichtungen (Jugendtreff, Skateanlage) in die Betrachtung für eine Nachverdichtung einzubeziehen. Eine weitere Überlegung bestand darin, im Umfeld der Schule ein Seniorenheim vorzusehen.
Aus der Reaktion der Bürgerschaft zum Thema Bebauungsplan „Eisenbahnstraße“ war klar erkennbar, dass die zahlreich geäußerten Anregungen und Stellungnahmen über ein geeignetes Beteiligungsverfahren direkt in den Planungsprozess einfließen müssen (Workshop-Verfahren).
Für die Moderation der Workshop-Veranstaltung „Öffentlicher Workshop“ am 30.09.2017 sowie für die Sitzung des Gutachterausschusses und die nichtöffentliche Auftaktveranstaltung wird Frau Rahlf vom Büro KoRis beauftragt.
Die Kosten für das Workshop-Verfahren belaufen sich auf 198.000 Euro und sind im städtischen Haushalt eingeplant.

Unsere Haltung:

Grundsätzlich begrüßen wir die Vorgehensweise der Bürgerbeteiligung in Form des Workshop-Verfahrens. Da wir in Fischbach als größtem Stadtteil von Friedrichshafen einen hohen Bedarf an Pflegeplätzen für Senioren sehen, regen wir an, „Senioreneinrichtung“ für die Planung, im Umfeld der Schule mit der Konkretisierung „Pflegeeinrichtung“ zu ergänzen.

Allerdings verbindet sich für uns mit der Planungs- und Bautätigkeit in der Fischbacher Ortsmitte auch unser, von der Verwaltung noch nicht bearbeiteter, Antrag „Information, Beratung und Beschlussfassung zur Entwicklung des Häfler Kulturangebots an den Standorten Kulturbahnhof Fischbach und Fallenbrunnen Heizhaus“ (25.07.2016).
Für uns ergeben sich diesbezüglich Nachfragen zu folgenden Punkten:

  • Der Wunsch, die Kultur am Standort Fischbach zu erhalten geht mit den damit unvermeidlich verbundenen Lärmbelästigungen durch den (Park-)Verkehr der Veranstaltungsbesucher sowie eine unzureichende Lärm-Dämmung des Lokschuppens einher und kollidiert mit den Anwohner-Interessen und der Wohnbebauung „Neue Ortsmitte“.
  • Die Gastronomie Bahnhof Fischbach soll – auch auf Wunsch der Fischbacher Bürgerschaft – erhalten bleiben, bzw. weiterbetrieben werden

Wir erwarten, dass die Verwaltung unseren gemeinsamen Antrag (CDU und SPD) bearbeitet und aussagekräftige Zahlen-Daten-Fakten zu den Standorten Bahnhof Fischbach und Heizhaus Fallenbrunnen liefert, so dass auf dieser Basis eine Entscheidung getroffen werden kann.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben den Beschlusspunkten der Sitzungsvorlage mehrheitlich bei einer Enthaltung zugestimmt.

Stellenschlüssel KOH

 

2017 / V 00055 Neufestsetzung der Stellenschlüssel für das Karl-Olga-Haus

Worum geht es?

Zum 01.01.2017 traten wesentliche Bestimmungen des Pflegestärkungsgesetzes II und III (PSG II und PSG III) in Kraft. Es handelt sich um die bislang umfangreichsten Reformen seit Einführung der Pflegeversicherung. Danach gibt es seit Beginn des Jahres auch für die Bewohner des städtischen Pflegeheims keine Pflegestufen mehr, sondern fünf Pflegegrade. Aufgrund dieser einschneidenden gesetzlichen Änderung mussten landesweit die Stellenschlüssel auf diese neue Situation angepasst werden.
Damit ergeben sich für das Karl-Olga-Haus folgende Stellenschlüssel (1 Pflegekraft : __ Bewohnern)

Pflegegrad 1

1 : 4,81

Pflegegrad 2

1 : 3,75

Pflegegrad 3

1 : 2,55

Pflegegrad 4

1 : 1,91

Pflegegrad 5

1 : 1,72

Unsere Haltung:

Wenn wir uns von der berühmten Fee etwas wünschen dürften, wären das in diesem Fall: Ausreichend viele, gut ausgebildete Pflegekräfte, die wir unter guten Arbeitsbedingungen mit einem fairen Gehalt beschäftigen können. Denn gute Pflege braucht gut qualifiziertes Personal, Zeit, Zuwendung und sie kostet Geld.
Leider gibt es derzeit aufgrund der Rahmenbedingungen bereits seit einigen Jahren zu wenige Pflegekräfte und auch weiterhin zu wenige Menschen, die sich in Pflegeberufen ausbilden lassen. Der zu geringe Personalschlüssel ist neben dem maximal zu erzielenden Einkommen einer der Hauptgründe, der in diesem Berufsfeld zu viel zu wenigen Auszubildenden und bei den bereits Berufstätigen zu einer hohen Fluktuation führt.
Die Problematik ist auf der gesetzgebenden Ebene bekannt, die SPD im Bund setzt alles daran, über Gesetzesänderungen wirksame Verbesserungen für zu Pflegende und Pflegepersonal zu schaffen. Diese Bemühungen unterstützen wir.

Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz wurde das Leistungsspektrum der gesetzlichen Pflegeversicherung deutlich ausgeweitet. Dadurch erhalten rund 2,7 Millionen Pflegedürftige in Deutschland bereits seit dem 1.1.2015 mehr Leistungen. In der ambulanten Pflege wurden die Leistungen  um rund 1,4 Mrd. Euro erhöht, für die stationäre Pflege um rund 1 Mrd. Euro. Pflegende Angehörige werden besser entlastet, indem die Unterstützungsangebote für die Pflege zu Hause ausgeweitet wurden, die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöhte sich deutlich. Zusätzlich wurde ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wurde die umfassendste Änderung der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung im Jahr 1995 vorgenommen, indem ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt wurde. Das heißt, die bisherigen drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Damit wird der individuelle Bedarf bei Pflegebedürftigen sehr viel genauer ermittelt. An Demenz erkrankte Menschen etwa bekommen nun erstmals auch Unterstützung.

Mit der Reform haben alle den gleichen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Entscheidend ist lediglich, wie sehr die Selbstständigkeit tatsächlich eingeschränkt ist. Sichergestellt ist, dass niemand mit der Umstellung schlechter gestellt werden kann – viele aber besser. Zudem müssen Menschen, die im Heim gepflegt werden, künftig keine Steigerung des pflegebedingten Eigenanteils mehr befürchten.

Mit dem dritten Pflegestärkungsgesetz, das wir in diesem Jahr beschließen möchten, wird die Rolle der Kommunen sowie die Pflegeberatung vor Ort deutlich gestärkt, damit Hilfe auch dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird.

Mit dem Pflegeberufereformgesetz möchten wir den Pflegeberuf deutlich attraktiver machen und mehr Menschen für dieses so wichtige Berufsfeld gewinnen.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben der Sitzungsvorlage in beiden Beschlusspunkten zugestimmt.

Einbringung gestellter Anträge

2017 / V 00121 Einbringung gestellter Anträge

Worum geht es?

  1. Antrag der Gemeinderatsfraktionen von CDU und SPD zur Aufnahme der Planungsarbeiten für einen Kreisverkehrsplatz (KVP) an der Kreuzung Waggershauser Straße / Colsmanstraße / Jettenhauser Straße
  2. Antrag der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Teilnahme an der Strategie „Quartier 2020 – gemeinsam. Gestalten.“ Des Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg mit einem Quartiersprojekt und der dazu notwendige Gemeinderatsbeschluss.

Unsere Haltung:

Die Anträge wur­den heute lediglich zur Ken­nt­nis­nah­me in den Gemein­der­at einge­bracht. Von heute ab bis spätestens zur übernäch­sten Sitzung muss die Ver­wal­tung daraus aus­sagekräftige Vor­la­gen zur Beratung und Beschlussfas­sung erstel­len. Soll­te dies bis zu diesem Zeit­punkt aus nachvol­lziehbaren Grün­den nicht möglich sein, gibt die Ver­wal­tung einen neuen Ter­min zur Behand­lung im Gemein­der­at an.

So hat die SPD-Fraktion abgestimmt:

Wir haben die Einbringung der Anträge zur Kenntnis genommen.

Verschiedenes

Worum geht es?

  • Frage: Müll in der Stadt, vor allem Zigaretten-Kippen vor Ladengeschäften.
    Antwort: Die Verwaltung hat alles zur Verfügung stehenden Personal im Einsatz. Sauberkeit in der Stadt ist auch Einwohnersache, sprich: jeder räumt den Abfall, den er verursacht selbst weg.
  • Frage: Smileys in der Fußgängerzone funktionieren immer noch nicht (nach drei Tagen ist der Akku leer, eine Messung der Geschwindigkeit dann nicht mehr möglich)
    Antwort: Die Verwaltung kümmert sich noch einmal darum.
  • Lob: Die in der Friedrichstrasse (Fußgängerzone) aufgestellten Sitzbänke sind toll und werden gut angenommen.

Ein Gedanke zu “Nachlese der Gemeinderatssitzung vom 22.05.2017

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