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Über 100 Jahre Sozialdemokratie in Friedrichshafen

Der SPD-Ortsverein in der Zeppelinstadt wurde im Jahr 1907 gegründet. Das 100jährige Jubiläum wurde am 29.9.07 mit einem offiziellen Festakt gefeiert. Die SPD vor Ort ist damit die politische Kraft mit der längsten Tradition in Friedrichshafen.

Während der Unterdrückung der Sozialdemokraten im Hitlerfaschismus leisteten SPD-Mitglieder auch in Friedrichshafen konkret Arbeit für antifaschistische Gruppen im In- und Ausland. Erst 1998 wurde auf Initiative des SPD-Stadtrats Gerhard Raichle der lange abgelehnte Antrag der SPD aufgegriffen und ein Platz in der Stadt nach Fridolin Endraß, Eisenbahngewerkschafter und überzeugter Sozialdemokrat, benannt. Er gehörte zu einer Widerstandsgruppe, die u. a. illegale Druckschriften aus der Schweiz nach Deutschland transportierte und verteilte. Dafür wurde Fridolin Endraß 1940 in Plötzensee hingerichtet. Jedes Jahr findet nun an diesem Platz am 27. Januar die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Diese ist zu einem festen Bestandteil des politischen Jahreskalenders der Stadt geworden.

Noch heute profitiert die Stadt Friedrichshafen vom Einsatz tatkräftiger Betriebsräte und Sozialdemokraten nach 1945. Denn ihren monate- und jahrelangen Bemühungen ist es zu verdanken, dass die Friedrichshafner Großindustrie erhalten blieb und damit vielen Bürgerinnen und Bürgern Arbeit und Leben ermöglichte. Doch nicht nur ortsansässige Genossen hatten einen entscheidenden Anteil an der Rettung der Unternehmen. Tatkräftige Unterstützung leistete auch der damalige SPD-Landesvorsitzende Dr. Carlo Schmid. Ihm gelang es zusammen mit Bürgermeister Mauch, die entscheidenden Weichen für die Umgestaltung der Zeppelin-Stiftung d.h. ihre Übertragung auf die Stadt Friedrichshafen, zu stellen. Dass dabei die ZF nicht in letzter Minute durch eine manipulierte Verkaufsaktion kurz vor Inkrafttreten der Währungsreform dieser neu gegründeten Stiftung entzogen wurde, ist dem SPD-Staatssekretär des Innern, Viktor Renner, zu verdanken, der auf den Hilferuf der Gewerkschaften in Friedrichshafen rettend eingriff. Dafür erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt. Der Zeppelin-Stiftung verdankt die Stadt viele soziale und kulturelle Einrichtungen, z.B. die Musikschule, die Volkshochschule und die Stadtbücherei.

In der kommunalen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg waren SPD-Kommunalpolitiker und Gemeinderäte wie zum Beispiel Jakob Braun, Anton Sommer, Fritz Fehrenbach, Babette Hörger, Wolfgang Stuckenbrock oder der ehemalige Fraktionschef Gernot Schober, der Erste Bürgermeister Dr. Jürgen Flemming und Dr. Wolfgang Sigg bekannt und populär. Heute prägen der ehemalige Oberbürgermeister Josef Büchelmeier und der Landtagsabgeordnete Norbert Zeller sowie der langjährige Fraktionsvorsitzende Roland Frank das Gesicht der SPD, übrigens alle ehemalige SPD-Ortsvereinsvorsitzende. Auch die frühere Gemeinde- und Kreisrätin Rotraut Binder, die 1993 für die Wahl zum Oberbürgermeister kandidierte, gehört in diese Reihe und ist fest mit der SPD verbunden.